…und dann lagst du mir zu Füßen – Paris, ich liebe Dich!

„Wenn der liebe Gott sich im Himmel langweilt, dann öffnet er das Fenster und betrachtet die Boulevards von Paris.“ 
Zitat von Heinrich Heine (1797-1856), der ab dem 33. Lebensjahr bis zu seinem Tod in Paris lebte und wirkte.
Hallo Paris, jetzt bin ich schon bald wieder 2 Wochen zu Hause und immer noch denke ich jeden Tag an Dich! Ich habe mein Herz verloren, schönste Stadt der Welt! So lange Jahre träumte ich davon, Dich kennenzulernen. Zahlreiche Paris-Bücher habe ich gelesen, besuchte dann in meiner Vorstellung wie Balzac und Maupassant eines der zahlreichen Künstlercafés oder schritt die große Treppe der l’Opera herauf, stöberte in kleinen Buchläden und Märkten, habe die vielen Museen besucht, natürlich auch den Eiffelturm, Notre Dame de Paris oder Sacré-Cœur de Montmartre und Ruhe an den Ufern der Seine oder in deinen zahlreichen Parks gefunden… 
…alles nur in Gedanken, denn irgendwie kam immer was dazwischen.

Aber nun war es soweit, die Flüge mit Germanwings hatte ich schon lange gebucht, das Hotel ausgesucht, ich war mit Plänen und Reiseführern bestens ausgestattet, hatte in Büchern und natürlich auch im Internet die besten Rundwege herausgesucht, schaute respektvoll auf die Metropläne und bekam dann auch etwas Angst…. Ich spreche die Sprache nicht und habe ja auch Mann, Teenager-Tochter und die 11jährige Enkeltochter dabei, hoffentlich wird der Urlaub auch wirklich so gut, wie ich mir das vorstellte.

Die Franzosen sind unfreundlich, habe ich oft gehört. Die ignorieren Dich einfach, da bist Du völlig verloren, wenn Du kein Wort französisch sprichst. Paris ist dreckig, stinkt und ansonsten ist es da einfach nur laut und abends auch noch furchtbar gefährlich! Überall lauern Betrüger und Du wirst von Banden überfallen und ständig wirst Du angebettelt. Paris ist so teuer, da kann man keine Woche mit der Familie bleiben (zumindest dann nicht, wenn man Otto-Normalverdiener ist, wie ihr). Und die vielen anderen Touristen, man steht stundenlang an den Sehenswürdigkeiten an. Die Metro ist so riesig, da findet man sich als Landei nicht zurecht…
Hier nun mein persönlicher kleiner Reisebericht, so wie ich die 6 Tage mit meiner Familie erlebte.

Am 29.07.15 um 6.55 Uhr starteten wir mit Germanwings vom Flughafen Berlin Tegel nach Paris Charles-de-Gaulle. Da wir gut 1 1/2 Stunden von Berlin entfernt wohnen, haben wir schon eine Nacht in einer Pension nahe dem Flughafen verbracht, sonst hätten wir in aller Frühe starten müssen. Unser Auto parkten wir bei mcparking, kann ich absolut empfehlen, viel preiswerter als am Flughafen und mit dem Zubringer waren wir schnell und ohne Probleme gleich am Eingang unseres Terminals. Auch die Rückfahrt klappte super!


Gegen 8.40 Uhr landeten wir in Paris. Mein Gott, wie riesig hier schon der Flughafen war… Leider mussten wir ziemlich lange auf unsere Koffer warten und konnten erst gegen 9.45 Uhr unseren Fahrer suchen, denn ich buchte schon von zu Hause aus einen Shuttleservice über Suntransfers.com. Das war billiger als ein Taxi und vor allem hat man einen Festpreis. Außerdem habe ich mehrmals gelesen, dass Taxifahrer meistens nur 3 Personen mitnehmen, weil die Beifahrerseite frei bleibt. Man kann zwar fragen und bitten, aber auf irgendwelche Diskussionen hatte ich keine Lust. Ich kann Euch den Service empfehlen, wir bezahlten für die Fahrt ins Hotel mit einem großen, sehr neuen Fahrzeug rund 64 €, der Fahrer wartete am Ausgang des Terminals und hielt ein Schild mit unserem Namen in der Hand – so fing der Urlaub in Paris dann auch sehr entspannt an.

Nach ca. 50 Minuten Fahrzeit erreichten wir unser Hotel Mercure Paris 15 Porte de Versailles.
Dieses Hotel fand ich bei holidaycheck.de und ich finde das Preis-Leistungs-Verhältnis hat hier absolut gepasst. 544 Euro inkl. Frühstück für 5 Nächte und 4 Personen (Neckermann-Reisen) ist schon klasse. Wir hatten zwar nur ein Zimmer, aber das war groß und schön und reichte uns für diesen Städtetrip absolut. Wir haben hier geschlafen, wie die Murmeltiere. Alle Angestellten des Hotels waren sehr, sehr freundlich und hilfsbereit. Das Frühstücksbuffet war sehr reichhaltig, leider hab ich vergessen, von dem schönen, modernen Frühstücksraum ein Foto zu machen.

Das Hotel liegt im 15. Arrondissement gegenüber dem Messezentrum. Die Metrostation und die Straßenbahn befinden sich in unmittelbarer Nähe, in 15 Minuten ist man am Eiffelturm.

Das Metro-Netz ist super ausgebaut und mit einem Plan kommt man auch wirklich gut klar.

Die zahlreichen Metro
Stationen mit den großen Schildern erkennt man schon von weitem. Gleich am Eingang löst man am Schalter oder an den Automaten ein Ticket (für Touristen kann ich das Ticket „Paris Visite“ empfehlen). Danach muss man es an den Drehkreuzen durch einen Schlitz schieben und kommt dann erst zu den Bahnsteigen. Die Bahnen fahren alle paar Minuten, also kein Grund zum ärgern, wenn einem ein Zug vor der Nase wegfährt, wir waren da völlig entspannt.

Unser erstes Ausflugsziel stand schon fest: natürlich wollten wir den Eiffelturm sehen. Wir mussten einmal umsteigen und waren doch nach ca. 15 Minuten schon an der Station Bir Hakeim. Von dort aus kamen wir nach einem kleinen Fußmarsch bald an unser Ziel.

Da standen wir also vor dem eisernen Turm, der 1889 als damals höchstes Bauwerk der Welt von vielen Franzosen verschmäht und verspottet wurde. Besonders die Künstler und Schriftsteller beschimpften ihn als nutzlos und monströs, als „Schande von Paris“. Ein
„durchlöchertes Zäpfchen“ war er für Huysmans, ein „ungraziöses Skelett“ für
Maupassant.

Wenn diese Herren wüssten, dass inzwischen jährlich rund 6 Millionen Menschen aus aller Welt diesen Turm besuchen und bestaunen, dann wären sie sicher versöhnt mit dem Erbauer Gustave Eiffel.

Ich weiß nicht, wie viele Fotos wir gemacht haben, von nah, von fern, mit Selfie-Stange (hüstel) und immer wieder, wenn ich ihn in den folgenden Tagen sah, zauberte er mir ein magisches Lächeln ins Gesicht. Die „Dame de fere“ (eiserne Lady) beherrscht das Bild von Paris!

Interessant fand ich die vielen Namen unterhalb der 1. Plattform, insgesamt sind dort 72 Wissenschaftler namentlich erwähnt – eine Ehrung Gustave Eiffels an sie.

1. Plattform mit Besuchern

Und nun wäre es mal Zeit für ein paar Bilder von oben… Eigentlich… Hab ich nämlich nicht… Aus Gründen:
Ganz ehrlich, wir haben nicht mal kapiert, wo die Schlangen zum Eintritt anfingen und wo aufhörten.  Aber so unbedingt wollten wir auch nicht hoch. Wenn Ihr Paris vom Eiffelturm aus besichtigen wollt, dann empfehle ich auf jeden Fall, die Karten vorher zu kaufen, das geht z.B. über GetYourGuide. Oder Ihr versucht es ganz früh oder ziemlich spät.
Wo uns dann Paris trotzdem zu Füßen lag, das seht Ihr auf dem letzten Foto. Im Hintergrund Tour Montparnesse, ein 210 Meter hohes Bürohaus mit 59 Stockwerken und nach dem Eiffelturm das
höchste Bauwerk der Stadt. Dazu schreib ich später noch etwas, hier aber schon mal ein Einblick bzw. besser Ausblick:
Wir setzen uns lieber in den angrenzenden Park Champs de Mars, ein perfekter Ort um den Eiffelturm auf sich wirken zu lassen, zu fotografieren, zu picknicken und sich an dem bunten Treiben ringsherum zu erfreuen.

Anschließend machten wir uns auf, das angrenzende Ufer der Seine zu erkunden. Es ist einfach wunderschön, dort zu flanieren und über die teils modernen aber auch vielen historischen Brücken zu laufen, die das linke und rechte Ufer verbinden.

Da stehe ich nun auf der Brücke und bin wieder mitten in Paris, in
unserer alten Heimat. Da fließt das Wasser, da liegst du und ich
werfe mein Herz in den Fluss und tauche ein und liebe dich…“
Kurt Tucholsky

Liebesschlösser gab es damals sicher noch nicht;-) Aber sonst ist dem hier nichts hinzuzufügen.

Wir kamen an kleinen Hausbooten vorbei, herrlich!
Was ich immer wieder bewunderte, sind die typischen Pariser Wohnhäuser, viele sind aufwendig restauriert und alle haben ihren eigenen Charme. Die Nähe dieses Hauses zum Eiffelturm und zur Seine wird wohl die Mieten in schwindelerregende Höhe treiben.

Nach diesem schönen Ausflug fuhren wir wieder mit der Metro zum Hotel, packten schnell die Koffer aus und schauten uns dann noch etwas die Umgebung an (auch hier gab es wieder einige schöne Wohnhäuser), 


bis wir schließlich im kleinen Restaurant neben unserem Hotel einkehrten.

Und hier gleich mal ein paar Spartipps, besonders für Familien. Für die wirklich gut gefüllten Salatteller bezahlten wir 12,00 €, für ein Steak mit Pommes und Beilage 15,00 €. Dagegen kostete ein großes Glas Cola oder Limo 8,50 €. Woran ich beim Bestellen nicht gleich dachte, man bekommt fast immer kostenlos eine Flasche Wasser auf den Tisch gestellt. Sollte das nicht automatisch passieren, dann fragt nach “carafe d’eau”. Wenn man mittags essen geht, dann kostet ein ganzes Menü samt Dessert ab 15,00 €, abends sind die Preise in den Restaurants viel teurer. Je näher man an einer Sehenswürdigkeit ist, desto teurer wird das Essen, achtet auf kleine Straßencafés und Brasserien, da sind die Preise oft noch moderat. Alternativ gibt es auch McDonald’s und Subway für den kleinen Hunger zwischendurch. Bei schönem Wetter macht es doch wie die Franzosen, kauft Baguette, Käse, Schinken, Obst und Getränke auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt und setzt Euch in einen der wunderschönen Parks oder an die Seine und genießt dort Euer Essen.

So, das war unser 1. Tag in Paris. 
Den nächsten Tag verbrachten wir im Disneyland: klick

10 Kommentare

  1. Herrlich,

    danke für den tollen Bericht, dadurch habe ich mich wieder an unseren Aufenthalt erinnert. Wir waren auch total begeistert von Paris und die Stadt hat einen ganz eigenen Charme.
    lg Tanja

  2. Hallo Antje, ich habe sogar ein bisschen Gänsehaut beim Lesen gehabt. Das ist ein wunderbarer Bericht von Dir mit diesen herrlichen Fotos. Danke dafür! Ich wünsche Dir einen schönen Tag. Liebe Grüße Jana

  3. Hallo, hatte die Bilder verfolgt bei Instagram (Sonntags ist Kaffeezeit 😉 Toll, ich liebe Paris und war selbst schon acht mal dort. Einfach traumhaft. Lg Tina-Maria

  4. Tolle Fotos, Paris würde ich ja auch mal gerne, aber ich habe gelesen, dass die Stadt selber so dreckig sein soll… Wie sind denn Deine Erfahrungen damit??
    LG und schönen Start in die neue Woche

    • Hallo Christa, es gibt auch in Paris, wie in vielen Großstädten bestimmte Gegenden, da ist es schmutzig. Aber die meisten Plätze sind sauber, die Parks sind super gepflegt, also wir fanden es toll. Ich schreib noch einen weiteren Bericht, sobald ich Zeit habe.

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